Hamm am Wasser

Erstellt am 02.09.2017

„Hamm ans Wasser“ - Diese Forderung wird in den letzten Monaten häufig in der Öffentlichkeit gefordert. In leichter Abwandlung stellten die 56 Teilnehmer ihren Werkstattgottesdienstes an der Kanalschleuse Werries unter das Motto „Hamm am Wasser“.

Bei strahlendem Sonnenwetter trafen sich die Teilnehmer an der Schleuse Werries am Datteln-Hamm-Kanal. Und während die Gottesdienstteilnehmer sangen und beteten, blieben viele vorbeikommende Radfahren und Spaziergänger einen Moment stehen und rätselten über den ungewöhnlichen Ort eines Gottesdienstes. Aber für einen Gottesdienst benötigt man kein Kirchengebäude und man muss sich dabei auch nicht nur auf das Beten und Singen beschränken.

Die Gemeindesekretärin Lucia Fahrenholtz hatte einen geschichtlichen Abriss der Stadt Hamm vom Mittelalter bis in die Neuzeit vorbereitet. Und so wurden vielen Teilnehmern nochmals bewusst, dass die Bürger der Stadt Hamm schon immer am Wasser gelebt haben. Denn die 1226 gegründete Stadt lag in der Landspitze zwischen der Ahse und der Lippe an der Einmündung der Ahse und wurde daher „tom Hamme“ genannt, nach der alten Bezeichnung für ein solches Flurstück, dem Ham. Daraus entwickelte sich im Laufe der Zeit die heutige Schreibweise „Hamm“. Und am östlichen Rand der Stadt wurde zusätzlich ein doppelter Wassergraben angelegt. Hamm war also von allen Seiten von Wasser umgeben. Später wurde die Lippe nordwärts verlegt, aus dem Wassergraben ein Grüngürtel gemacht und die Ahse weit nach Osten in einen Kanal umgeleitet.

Nach dem Gottesdienst blieben noch viele länger da, um weitere Fragen zu stellen, etwas zu trinken und zu essen und mit anderen zu plaudern. Und alle freuen sich schon auf den nächsten Werkstattgottesdienst an einem, noch unbekannten, aber gewiss ungewöhnlichen Ort.