Abriss/Umbau/Neubau – was geschieht da gerade?

Erstellt am 09.03.2019

Der Glockenturm am Bodelschwingh-Haus im Gemeindezentrum Hammer Osten muss dem Mehrgenerationen-Wohnhaus weichen. Mit dem Turm verstummt auch das Geläut  - einstweilen! Das Presbyterium hofft selbstverständlich, dass die Glocken dort nicht für immer schweigen, sondern nach der Fertigstellung des Mehrgenerationenhauses und der Neugestaltung des Außengeländes einen neuen Platz zum Klingen finden.
Wir werden uns auch vom Anblick der sieben Kiefern trennen müssen, die gegenüber der Einmündung zum Marderwerg am Alten Uentroper Weg stehen. Ihre Standfestigkeit ist bei den letzten Stürmen auf harte Proben gestellt worden und morsche Äste fallen immer mal wieder herab und gefährden Menschen. Im Übrigen stehen sie, wie der Glockenturm, auf dem Grundstück, das die Gemeinde für das Wohnprojekt verpachtet hat. Bei der Neugestaltung des Gemeindegrundstücks werden neue Bäume angepflanzt, so dass es zu einem Ausgleich kommt, wenn gleich der Anblick durch nichts zu ersetzen ist.

Die dringend notwendige Sanierung und der Umbau der Stephanuskirche in Westtünnen können hoffentlich endlich in die zweite Planungsphase gehen, denn nach langen und intensiven Vorüberlegungen wurde nun ein Architekt engagiert. Geplant ist ein Beginn der Arbeiten nach der Weihnachtspause 2019/2020 und eine Neueröffnung Ende 2020. Bis dahin dauern die Genehmigungsverfahren mit der Landeskirche und den Bauämtern. Sobald eine aussagekräftige Planung vorliegt, wird das Presbyterium die der Gemeinde vorstellen.
Die Stephanuskirche braucht eine neue Heizungsanlage. Bisher wurde mit Strom geheizt, was uns etwas 8.000 € pro Jahr kostet. Außerdem ist die Regelung der Heizung defekt: Sie geht ganz oder gar nicht!
Mit einer neuen Heizung geht auch ein neuer Fußboden einher. Die lose verlegten Steinplatten sind nach heutiger Gesetzeslage nicht mehr verkehrssicher. Wir müssen auch in rollstuhlgerechte Toiletten investieren, die barrierefrei zu erreichen sind.
Sehr wichtig ist uns auch ein neuer Küchenbereich. Dem Presbyterium sind neue Gemeindegruppen, die gemeinsam Kochen und Essen wichtig. Damit sollen Jüngere und Ältere, Familien und auch Singles angesprochen werden. Eine Kooperation mit dem neuen Wohnhaus ist sicherlich dann auch möglich.
Die Gesamtkosten werden zurzeit auf etwa 350.000 € geschätzt. Nach den gesetzlichen Bestimmungen müssen wir zwingend auch die Außenwände und das Dach energetisch sanieren. Es ist nicht zulässig, das bestehende Kirchengebäude nur ein bisschen umzubauen. Es muss auf jeden Fall energetisch saniert werden oder weitgehend so bleiben, wie es ist.
Insgesamt möchte das Presbyterium den Kirchraum dem verringerten Platzbedarf anpassen. So wird im Höchstfall noch für 150 bis 200 Gottesdienstteilnehmer Platz sein (bisher 300). Gleichzeitig werden aber andere Bereiche für Musik und Gruppenveranstaltungen gestaltet. Wir sind bereits angefangen, neue Sitzanordnungen zu testen.
Um in Westtünnen auch in Zukunft und langfristig ein attraktives Gebäude für ein vielfältiges Gemeindeleben anbieten zu können, muss dringend etwas geschehen. Ein Weiter-so-wie-bisher ist ausgeschlossen. Die Planungen richten sich auf eine Nutzungsdauer von weiteren 30 Jahren.
Das Dietrich Bonhoeffer Haus soll abgerissen werden. Der geschönte Begriff dafür heißt zurückbauen. Der Abriss hat mehrere Faktoren:
Zusammen mit der Fläche der Stephanuskirche hatte die Gemeinde in Westtünnen ein viel zu hohes Raumangebot. Es war doppelt so hoch, wie für den Gemeindebereich zulässig ist. Bis Mitte 2018 waren die Überlegungen, das Dietrich-Bonhoeffer-Haus grundlegend zu renovieren und dann teilweise zu vermieten. Deshalb hatte das Presbyterium als ersten Schritt 2016 die Toilettenanlage saniert, auch mit der Hoffnung, den Geruch aus dem Haus zu bekommen. Eine Hoffnung, die sich leider als nicht berechtigt heraus stellte. Der Zustand des gesamten Gebäudes machte eine Vermietung ohne Renovierung jedoch schon mittelfristig unmöglich. Gruppen, die angemietet hatten, verließen nach kurzer Zeit wieder den Bereich.
Zuschüsse für eine Renovierung hätte die Gemeinde vom Kirchenkreis nicht bekommen und das Haus hätte sich auf Dauer selbst tragen müssen. Die für die Renovierung geschätzten Kosten von 150.000 € hätten auch bedeutet, dass wir für den Erhalt der Stephanuskirche keine Mittel mehr zur Verfügung gehabt hätten, geschweige denn für eine Sanierung.
Zugleich wäre es nicht mehr möglich gewesen für unsere Gebäude (in der gesamten Gemeinde!) noch Zuschüsse für Reparaturen oder Renovierungen zu erhalten. Denn die Finanzsatzung des Kirchenkreises Hamm sieht vor, dass Gemeinden, die zu viel Gebäudeflächen unterhalten, keinerlei Zuschüsse mehr erhalten.
Im Hammer-Osten und in der Mark hatte das Presbyterium Mark damals die Gemeindehaus- und Gottesdienstflächen bereits 2004 und 2006 erheblich auf die zulässigen Größen reduziert.
Letztlich ging es im Presbyterium also um die Frage, ob uns die Stephanuskirche oder das Dietrich-Bonhoeffer-Haus erhalten bleiben soll. Das jüngere und besser erhaltene Gebäude war die Stephanuskirche. Im Bonhoeffer-Haus rieselt die Isolierung durch die Decke, die Beleuchtung hat keine Schalter und ist nur über Sicherungen zu schalten. Die gesamte Elektrik ist gefährlich. An mehreren Stellen tritt immer wieder Feuchtigkeit und Schimmelbildung auf. Dazu kommt die starke Geruchsbelästigung! Das Dach und die Oberlichter sind nicht isoliert. Dort jagen wir die Wärme und somit unser Geld zum Fenster raus.
So kam es im vergangenen Sommer nach zähem und langem Ringen zu der Entscheidung im Presbyterium, sich vom Bonhoeffer-Haus zu trennen. Dem ging eine Begutachtung durch einen Schadensachverständigen voraus, der im Anschluss an die Begehung die sofortige Schließung des Gebäudes empfahl.
Die Kosten für den Zurückbau trägt der Kirchenkreis und nicht die Gemeinde. Ein weiterer, positiver Effekt ist, dass wir dann für den Umbau der Stephanuskirche auch relativ hohe Unterstützung durch den Kirchenkreis beantragen können. Gerade für Dämmung und energetische Sanierungen sind Zuschüsse bis zu 50% möglich.

Was wollen wir?
Das Ziel des Presbyteriums ist es, ein intaktes und attraktives Gebäude mit geringen Nebenkosten für möglichst viele Menschen sinnvoll nutzen zu können. Natürlich müssen und sollen auch Gottesdienste weiterhin möglich sein. Problematisch wird es mit dem Platz nur zu Heilig Abend. Aber das Problem haben wir, so wie die meisten Gemeinden, auch in den anderen Kirchenräumen. Immerhin bieten wir am Heiligen Abend nur in unserer Gemeinde neun verschiedene Gottesdienste an!
Das Presbyterium möchte nicht den Mangel verwalten, sondern Zukunft gestalten und blickt weit in die Zukunft. Ein (möglicher) Blick fällt dabei auf einen Marktplatz auf dem Gelände, wo jetzt Bonhoeffer-Haus steht. Damit könnte die Infrastruktur in Westtünnen verbessert werden. Einmal in der Woche ein besonderes Angebot wäre der richtige Schritt in eine gute Richtung für den ganzen Bereich.

Wenn Sie dabei nicht nur zusehen wollen, sondern Interesse haben, unsere Gemeinde mitzugestalten, denken Sie daran, dass im Frühjahr 2020 wieder Presbyteriumswahlen stattfinden. Wir können junge, kreative, kritische und anpackende Mitstreiter gebrauchen.
Sprechen Sie uns an!

(Klaus-Martin Pothmann, z.Zt. Vorsitzender des Presbyteriums, in Zusammenarbeit mit Wolfgang Abromeit, Baukirchmeister)