Asylanten, Flüchtlinge, Willkommenskultur - Auf der Suche nach Antworten

Erstellt am 11.03.2016

Das Thema „Flüchtlinge“ beherrscht zurzeit wie kein anderes Thema die Nachrichten: Wütende Fratzen eines Mobs; ängstliche Gesichter von Menschen, die glaubten dem Krieg entronnen und in Sicherheit zu sein; Einrichtungsleiter, die vertrauliche Informationen über Ankunftszeiten durchsickern lassen; mächtige Politiker, die in dem Bau einer Mauer die Lösung aller Probleme sehen (hatten wie das nicht schon einmal?); streitende Politiker, die sich sich gegenseitig Vorwürfe machen; besorgte Bürger; Wutbürger; Bürger mit idealisierter Sicht; Populisten und Demagogen ...

Wie sieht die Wirklichkeit aus? Wir haben versucht, uns einen eigenen Eindruck zu verschaffen.

Zu Beginn erläuterte Frau Weyrich die Aufgabe der ZUE: Nach der Ankunft in Deutschland und der Aufnahme des Asylantrag in der Erstaufnahme kommen die Menschen in die ZUE. Hier bleiben sie bis zu 4 Wochen, um dann auf die einzelnen Kommunen in NRW verteilt zu werden. Zurzeit befinden sich rund 500 Bewohner in der ZUE, wobei bei maximaler Ausschöpfung sogar 700 Menschen untergebracht werden könnten. In der ZUE arbeiten 85 Mitarbeiter und davon 43 in der Betreuung. Hinzu kommen noch viele ehrenamtliche Helfer. Die ZUE am Alter-Uentroper-Weg wird von den Maltesern geleitet.

Als erstes besichtigten wir den Kindergarten. Da in der ZUE sehr viele Familien untergebracht sind, ist auch der Kinderanteil sehr hoch. Im Kindergarten werden jeden Tag 60 Kinder im Alter von 3 bis 12 Jahren im Zwei-Schichtbetrieb betreut. Während unserer Besichtigung war der Kindergarten bereits geschlossen. Aber Frau Weyrich schilderte uns sehr eindrücklich die Arbeit und den gewaltigen Lärm, den die vielen Kinder auf so engem Raum verursachen.

Danach besuchten wir die Rezeption, die Zentrale der ZUE. Hier hatten wir die Gelegenheit mit einigen Mitarbeitern zu sprechen. Die Vielfalt der Herkunftsländer spiegelte sich auch in den Mitarbeitern wieder: Ein Mann aus Mosambik, eine junge Frau aus Albanien und ein Mitarbeiter mit türkischen Wurzeln. Auffällig war der Stolz, mit dem sie über ihre Arbeit berichteten.

So wurde beispielsweise erzählt, dass in der ZUE sämtliche Feiertage beachtet und gefeierte werden: Alle christlichen und die Feiertage diverser islamischen Gruppen und Strömungen. Die Flüchtlinge werden angehalten bei der täglichen Arbeit mitzuhelfen: Im Garten und in den Außenanlagen, in der Reinigung und der Wäscherei, in der Kantine und bei der Müllentsorgung. Trotz der kurzen Aufenthaltsdauer in Hamm werden hier ständig Deutschkurse angeboten, in denen ersten Sprachkenntnisse, aber auch Grundregeln der Sozialverhaltens in Deutschland gelehrt werden.

Dann ging es in den nächsten Block zu den Aufenthaltsräumen. Hier schallte uns kräftiger Lärm entgegen. Kinder, Jugendliche, Männer und Frauen – alles rannte durcheinander. In einem Zimmer tobten kleine Kinder auf Matratzen, in einem anderen saßen Frauen zusammen und strickten und im größten Raum wurde getanzt: Männer und Frauen gemeinsam beim Gruppentanz.

Einige Bewohner schauten uns etwas misstrauisch an, andere freundlich lächelnd. Leider waren Gespräche mit ihnen wegen der Sprachbarriere kaum möglich. Aber auf mich wirkten die meisten erleichtert und zufrieden.

Wir haben viele Antworten erhalten. Sicherlich haben wir nicht alles gesehen. Natürlich hat man sich von der besten Seite zeigen wollen. Probleme, die es selbstverständlich gibt, wurden nicht verschwiegen, aber auch nicht vordringlich präsentiert. Vielleicht sind nicht alle Einrichtungen so gut wie diese und vielleicht ist auch die Zusammensetzung der Menschengruppen woanders ungünstiger. Aber dieser Besuch hat uns Mut gemacht.

von Rainer Sievers

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Advent

Advent (lateinisch adventus „Ankunft“), eigentlich adventus Domini (lat. für Ankunft des Herrn), bezeichnet die Jahreszeit, in der die Christenheit sich auf das Fest der Geburt Jesu Christi, Weihnachten, vorbereitet. Zugleich erinnert der Advent daran, dass Christen das zweite Kommen Jesu Christi erwarten sollen. Der Advent beginnt mit der Vesper am Vorabend des ersten Adventssonntags und mit ihm auch das neue Kirchenjahr.

OO

Tausende von Kerzen kann man am Licht einer Kerze anzünden ohne dass ihr Licht schwächer wird. Freude nimmt nicht ab, wenn sie geteilt wird.

(Buddha, 560-480 v.Chr.)

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Witz der Woche

Beim feierlichen Sonntagsgottesdienst erklärt der Pfarrer den Anwesenden: »Leider kann heuter unser Kirchenchor nicht für uns singen. Daher werde ich selbst ein Lied anstimmen. Anschließend wird die gesamte Kirche einfallen.«