Liebe Leserinnen und Leser

„Ist das schon alt oder nur nicht mehr jung?“

„Auch bis in euer Alter bin ich derselbe, und ich will euch tragen, bis ihr grau werdet. Ich habe es getan; ich will heben und tragen und erretten.“ Jesaja 46,4

Nun ist sie da, meine sechs vor den anderen Zahlen. Seit Anfang Januar bin ich in meinem 7. Lebensjahrzehnt angekommen und das bedeutet auch: ich bin alt geworden.

Es war ein Tag wie jeder andere auch, es war ein Sonntag und ich hatte Urlaub. Eine große Feier wollte ich nicht, aber mit Familie und mit Freunden und mit Spaziergang. Und dann war der Tag auch schon vorbei bei Regen, Sonnenschein und mit einem besonderen Geburtstagsständchen. Abends haben wir in der Küche gesessen und von früher geredet. Der Montag kam und die Zeit lief einfach weiter.

Im Dezember noch hatte in einem Kindergarten ein unbekanntes Kind mich mit großen Augen angeschaut, dann „Papa“ gesagt und auf mich gezeigt. Da geschah etwas Merkwürdiges in mir: Ich bekam Angst! „Opa“, das hätte ich verstanden, aber „Papa“? Entweder stimmt mit mir was nicht, oder mit den Kindern, oder mit den „Papas“. Mit 60 noch mal Papa… Klar, das schmeichelt, aber das erschreckt auch….

Merkwürdige Zeiten, so denke ich und erinnere mich. 1990 wurde mein ehemaliger Kollege Hans-Martin Thimme 50 Jahre alt. Damals kamen in kurzer Zeit fünf relativ junge Kollegen und zwei Kolleginnen in das nähere Umfeld und in die Gemeinde Mark. Einer davon war ich. Er war der alte Pfarrer, wir die jungen. Und heute, 30 Jahre später ist von jungen Kollegen nicht viel zu sehen. Pfarrerin Hagemann, die im letzten Herbst in Werries eingeführt wurde, ist da eine Ausnahme.

Wenn ich mich umblicke, dann sehe ich eine Kirche, deren Personal älter geworden ist. Waren es bis in die 90er Jahren noch viele, die neu ins Pfarramt drängten, sind die Zahlen in den letzten Jahren erschreckend niedrig. Auch die Kirchenleitung hat es gemerkt und gesagt: „Die Zahlen der Pfarrinnen und Pfarrer schrumpfen noch schneller als die der Gemeindeglieder….“ Ist diese Form von Kirche dann irgendwann weg, fragten wir uns. Oder werden die Zahlen wieder steigen, weil Menschen mehr von Gott brauchen, als sie sich selbst geben oder nehmen können.

Ich finde es schade, dass ich als alter Pfarrer nun die Bereiche versorge, von denen ich biografisch gesehen weit weg bin, also Schule und Kindergärten. Schief war das aber auch damals schon, als ich mich als junger Pfarrer um ein Altenheim kümmern sollte. Fast jeden Tag hatte ich das Alter ganz deutlich vor der Nase und dabei viel gelernt vom Leben. Jetzt kümmere ich mich seit 15 Jahren um Kindertagesstätten und versuche den Kleinen was vom Leben zu zeigen. Und wenn die mich mit einem Papa verwechseln, dann frage ich mich, wo denn die richtigen Väter geblieben sind.

Na ja, und da ist auch ein Haufen Konfirmanden, die mich mit ihrer Pubertät immer noch an die eigene schwierigste und zugleich prägende Zeit des Lebens erinnern. Aber kann ich denen wirklich noch was von Gott nahebringen? Verstehen die mich überhaupt noch?

Ist Gott eigentlich auch ein alter Mann geworden? Jesus starb mit 30 Jahren am Kreuz, er ist nie richtig alt geworden. Aber wie alt ist Gott und war er mal jung? Kommen wir uns näher im Alter? Kann ich ihn nun besser verstehen, oder entfernen wir uns voneinander? Schwere Gedanken – hat man die als alter Mann?

Ein paar Jahre noch, dann gehe ich auch zum alten Eisen, setzte mich zur Ruhe und schaue nach, ob der Rost schon an den Gliedern knabbert.

Aber ich will das Altern anders sehen, nicht so schwierig.

Bisher gab es für mich viele Gründe dankbar zu sein. Ich habe eine Familie, die mit mir spazieren geht, ich habe eine Arbeit, die mich immer noch herausfordert, ich habe keine schwere Krankheit und bisher auch keinen großen Unfall gehabt im Leben. Da war immer mehr Trost als Trauer, etwas mehr Licht als Dunkelheit. Da waren immer Leute, die mir Mut gemacht haben und die mit mir alt geworden sind. Die Konfirmanden von damals bringen inzwischen ihre Kinder zu mir in den Unterricht. Die Gemeindesekretärin der ersten Jahre bot mir das Du an und viele der Gegangenen begleiten mich in Gedanken immer noch. Sie nehmen mir die Angst vor dem Alter. Die Gottesdienste sind meine Quelle und Brunnen, aus denen ich Lebenswasser schöpfen kann und vieles ist in großer Fülle mir bereitet. Ich bin zufrieden, meistens.

Und beim nächsten Mal, wenn ein fremdes Kind „Papa“ zu mir sagt, dann drehe ich mich erst mal um. Vielleicht steht der Richtige „Pap“ ja hinter mir und ich bin gar nicht gemeint.

Ich vertraue auf Gottes Zusage: „Auch bis in euer Alter bin ich derselbe, und ich will euch tragen, bis ihr grau werdet. Ich habe es getan; ich will heben und tragen und erretten.“ (Jesaja 46,4)

Eine gute und gesegnete Frühjahrs- und Sommerzeit

wünscht Ihnen

Ihr Klaus Martin Pothmann

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Der neue Gemeidnebote (März 2019) ist da. Sie können ihn hier herunterladen.

Neuanfang

Ein Neuanfang beginnt mit Sterben,
das Alte muß erst mal vergeh'n,
Ängste türmen sich auf zu Bergen,
rauhe Stürme dir entgegen weh'n.

Ein neuer Traum noch ungeboren,
es herrschen Müßiggang und Pein,
dein langer Weg hat sich verloren,
jeder Neue kann so falsch nicht sein.

Schicksal läßt sich nicht erzwingen,
doch neuer Mut aus Hoffnung keimt,
dem Leben deine Zukunft abzuringen,
damit es sich auf Glück dann reimt.

 

 

Witz der Woche

Ein bekannter Politiker kommt nach seinem Tod überraschenderweise in den Himmel, findet das ruhige, himmlische Leben aber bald langweilig. Er bittet Petrus, ihn doch einen Tag zu beurlauben.

An seinem freien Tag begibt sich der Politiker zu einer Besichtigungstour in die Hölle. Dort sieht der Mann ein rauschendes fest mit Wein, Weeib und Gesang sowie delikaten Speisen in Hülle und Fülle.

Begeistert bittet er den Oberteufel um Asyl. »Aber gerne«, lächelt dieser und winkt sofort zwei Hilfsteufel herbei. Die beiden packen den Politiker und schleppen ihn in ein dunkles Gewölbe, wo er bei glühender Hitze Kohlen in ein großes Feuer schaufeln muss. Lautstark protestierend verlangt der Mann den Oberteufel zu sprechen.

Der aber wischt die Proteste des Politikers belustigt bei Seite. »Also bitte – gerade dir als Politiker hätte doch der gravierende Unterschied bekannt sein müssen, ob einer als Tourist kommt – oder als Asylant!«