Es ist stiller geworden ...

Es ist still geworden um mich und doch sehr laut. Wenige Autos nur, die durch die Straße fahren, Pflegedienst und Diakoniestation, aber das Gezwitscher der Vögel ist umso lauter. Die Sonne scheint wie im Sommer. Aber diese Jahreszeit hat längst einen eigenen Namen: „Corona“-Zeit.

Die winzig kleinen Viren führen uns vor Augen, wie ohnmächtig wir eigentlich sind, wie klein und wie zerbrechlich unser Alltag. Nie ist so deutlich zu sehen, wie das „kleinste“ mit dem GRÖSSTEN zusammenhängt.

Am letzten Sonntag (15.März) war der letzte öffentliche Gottesdienst. Viele waren noch gekommen. Manche saßen zu eng, als wenn die Kirche ein Schutzraum wäre gegen die böse Krankheit, die bisher noch keiner von uns kennt. Bisher war sie nur was, was woanders war. Nun ist es hier, das Virus, und doch nicht zu sehen.

Nun setzen wir die Gottesdienste aus, denken nach über eine andere Form von Gottesdiensten, über Internetseiten und Youtube-Videos, über Handzettel oder Briefe. „Wo zwei oder drei in meinem Namen zusammen sind, da bin ich mitten unter ihnen.“ Diese Verheißung bekommt neuen Wert.

Und abends um 19.30 Uhr läuten wir die Glocken, und rufen nach Gottes Nähe.

 

Jetzt ist es ruhig, so ruhig wie nie am Montagmorgen. So still kann es sein, wenn es sein muss. Und viele sind verzweifelt, jetzt schon Mitten im März.

Wie sollen wir einkaufen und wo, wer wird uns besuchen, wenn wir Hilfe brauchen? Welcher Kontakt birgt eine Gefahr und wann klopft das Virus an meine Tür? Bin ich dann stark genug, werde ich es schaffen, wer wird an meiner Seite sein?

 

Mitten im März ist alles anders, ein kleiner Weltuntergang für viele und für andere unwillkommene Pause vom Alltagsgeschäft, vom Rennen und Machen, Hetzen und Terminen.

Wie werden wir die Zeit bestehen? Danach werden wir andere sein, nicht die WIR von gestern.

Bis gestern schien alles noch normal, und doch war schon Weihnachten klar, dass es vielleicht kommt…. Nicht das Heil aus der Krippe in Bethlehem, sondern die Grippe.

 

Ich gehe mit dem Hund und stelle fest, dass andere auf die gleiche Idee gekommen sind. Jetzt hat der Hund die erste Zecke…. Na und… es gibt in diesem Jahr schlimmeres. Letztes Jahr ging da noch die Hundewelt unter.

Immer wieder durchdringt das Rufen der Meise die Stille der Straße. Ein Lieferwagen brummt vorbei und ich frage mich: Soll ich nicht auch mal was bestellen?

Aber was brauche ich noch, wenn morgen die Welt untergeht, wenn ich morgen vielleicht nicht mehr erlebe?

Ich bräuchte meine Kinder um zu sehen, dass es ihnen gut geht. Aber die bleiben weg, schleppen vielleicht das Virus mit sich rum. Fotos und kleine Nachrichten müssen reichen und im Stillen ein paar Tränen. Es geht anderen auch so. Und nebenan im Altenheim … ich mag gar nicht dran denken.

 

Ich brauche meinen Glauben, den Glauben daran, dass es gut wird. Dreimal musste ich letzte Woche auf den Friedhof, Menschen sind gestorben. Nichts besonders eigentlich, fünfzig Mal im Jahr begegnet mir so der Tod. Noch ist klar, es sind wohl keine Opfer der Grippe, sondern Opfer des Lebens. Aber wann kommt der erste „Fall“, die erste Trauerfeier, die mit der Ausnahme zu tun hat?

Kann ich dann auch vom Himmelreich reden und damit trösten? Ist es nicht vertrösten auf die große Party, die Gott mit uns feiert?

 

Es ist Passionszeit, sieben Wochen, in denen wir sonst mit mehr innerem Abstand über das Leben und den Tod nachdenken. Aber was ist heute „sonst“.

Für heute reicht es mir. Ich setze mich auf die Terrasse und schaue den Vögeln beim Nestbau zu. Sie sind frei und können sich freuen und ich bin es auch… in Gedanken und in Hoffnungen.

„Wo zwei oder drei in meinem Namen zusammen sind, da bin ich mitten unter ihnen.“ So, wie Jesus dann unter uns ist, können wir auch zusammen sein, beieinander im Herzen und im Glauben verbunden.

Ich melde mich wieder und rufe zurück, wenn Sie sich bei mir melden (02381/80500).

 
Bleiben Sie behütet
Ihr
Klaus-Martin Pothmann
Pfarrer in der evangelischen Kirchengemeinde
Mark-Westtünnen

Es ist stiller geworden.
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Wechsel in der Frauenhilfe im Bodelschwingh-Haus im Hammer-Osten

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Kirchenglocken: Ein Gruß für alle Menschen

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Bekanntgabe des festgestellten Wahlergebnisses

Bärbel Auge: Die St. Pankratiuskirche in der Mark

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Das Gemeindebüro ist vorerst bis zum 20. April für den Publikumsverkehr geschlossen. Telefonisch und per Email sind wir weiterhin für Sie erreichbar.

Durch den Erlasse der Landesregierung und der kommunalen Verordnungen sind alle öffentlichen Veranstaltungen zu untersagen. Dazu gehören auch alle Gottesdienstveranstaltungen.

https://www.evangelisch-in-westfalen.de/aktuelles/corona/

Abendgebet

Das Abendgebet (EG 900), gesprochen von Pfarrer Klaus-Martin Pothmann.

Der Mond ist aufgegangen

Der Mond ist aufgegangen,
Die goldnen Sternlein prangen
Am Himmel hell und klar;
Der Wald steht schwarz und schweiget,
Und aus den Wiesen steiget
Der weiße Nebel wunderbar.

Wie ist die Welt so stille,
Und in der Dämmrung Hülle
So traulich und so hold!
Als eine stille Kammer,
Wo ihr des Tages Jammer
Verschlafen und vergessen sollt.

Seht ihr den Mond dort stehen?
Er ist nur halb zu sehen,
Und ist doch rund und schön!
So sind wohl manche Sachen,
Die wir getrost belachen,
Weil unsre Augen sie nicht sehn.

Wir stolze Menschenkinder
Sind eitel arme Sünder
Und wissen gar nicht viel;
Wir spinnen Luftgespinste
Und suchen viele Künste
Und kommen weiter von dem Ziel.

Gott, lass uns dein Heil schauen,
Auf nichts Vergänglichs trauen,
Nicht Eitelkeit uns freun!
Laß uns einfältig werden
Und vor dir hier auf Erden
Wie Kinder fromm und fröhlich sein!

Wollst endlich sonder Grämen
Aus dieser Welt uns nehmen
Durch einen sanften Tod!
Und, wenn du uns genommen,
Laß uns in Himmel kommen,
Du unser Herr und unser Gott!

So legt euch denn, ihr Brüder,
In Gottes Namen nieder;
Kalt ist der Abendhauch.
Verschon uns, Gott! mit Strafen,
Und lass uns ruhig schlafen!
Und unsern kranken Nachbar auch!

Witz der Woche

Im Himmel gibt es zwei Eingänge.

Vor dem einen Eingang – dort müssen die Männer hinein, die immer getan haben, was ihre Frau ihnen gesagt hat – steht eine lange Schlange.

Und die andere Tür – dort dürfen die Männer hinein, die nicht das gemacht haben, was ihre Frauen gesagt haben – ist schon ganz rostig.

Als Petrus eines Morgens aus dem Fenster schaut, sieht er doch tatsächlich einen Mann vor der verlassenen Tür stehen.

»Hör mal«, ruft ihm Petrus zu, »Du willst mir doch nicht weismachen, dass du der einzige Mann bist, der nicht gemacht hat, was seine Frau sagt. Stell dich mal schön drüben an der Schlange an!«

»Aber meine Frau hat gesagt, ich soll mich hier anstellen.«